Das Licht geht an.

Februar 7, 2010

Wir springen die ganze Zeit um einander herum und stehen am Ende auf unterschiedlichen Feldern. Bis zum letzten Moment zögern wir die Entscheidung für ein Feld heraus. Will ich eine offene Beziehung? Kann ich damit leben, wenn er eine offene Beziehung will? Ich entscheide mich erstmal für das Zwischenfeld, für „Vielleicht“. Schließlich kann ich mir eine Affäre mit R gut vorstellen. Ich verliere K dabei aber aus den Augen und verpasse seinen bewussten Sprung auf „Nein“ .

1, 2, 3 letzte Chance vorbei! Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht“.

Das Licht geht an. Er steht alleine auf dem beleuchteten Feld und sieht mich enttäuscht an. Ich hatte es verpasst, zu ihm zu springen. Dabei will ich doch nichts lieber als mit ihm im Licht stehen. Wie konnte ich das nur vergessen. Sex oder Liebe mit anderen hin oder her. Ich will ihn. Nein, ich will vielmehr uns. Das ist alles, was ich wirklich brauche. Warum wollte ich uns immer wieder kleine Tode sterben lassen, um eine Freiheit aus zu leben, die ich gar nicht benötige? Wir sind doch auch so glücklich, sogar glücklicher. Wir haben weniger Angst, mehr Intimität, mehr Vertrauen und weniger Schmerz. Auch sexuell gesehen, erlebe ich mit K auf Grund meiner Gefühle für ihn immer wieder neue Höhepunkte, die ich mit Anderen nie erleben könnte.

Ich hatte mich so unter Druck gesetzt, dass ich das alles schon vergessen hatte. Wir sind keine Kandidaten für offene Beziehungen oder die Polyphilie. Ich hätte das viel früher erkennen können. Ich zwang mich dazu Schmerzen zu ertragen und zu verursachen. Zur Liebe gehört es für mich jedoch, unnötige Verletzungen des Partners zu vermeiden. Für mich sind die Verletzungen, die wir uns in den letzten Wochen zugefügt haben nicht wirklich unnötig, weil ich aus ihnen gelernt habe und jetzt mehr denn je weiß, was ich will. Es wäre jedoch unnötig, die gleichen Situationen immer wieder von Neuem zu durchleben. Ich kann meine menschliche Unsicherheit nicht abschalten und er genauso wenig. Wir sollten sie also nicht täglich herausfordern und uns in eifersüchtige Gefühle stürzen, die wir in solchen Situationen nicht vermeiden können.

Vielleicht sind wir ja spießig, aber diese Zweisamkeit ist das, was wir uns wünschen und was wir brauchen. Ich bin endlich wieder glücklich.

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